Pogona Henrylawsoni


Die Zwergbartagame wird oft als der kleine "Neffe" der Bartagame bezeichnet.

Durch ihre Größe brauchen sie laut österreichischem Tierschutzgesetz nicht ganz so viel Platz wie ihre großen Verwandten, was sie für viele Terrarianer attraktiver macht.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass man ihnen weniger Platz bieten sollte!  (Für diese Aussage wurde ich sehr angefeindet und dies bedeutet es keinenfalls!)

  • Verbreitung und Lebensraum

Auf Zwergbartagamen trifft man in Australien nicht so häufig, wie auf seine Verwandten.

Sie kommen hauptsächlich im Gebiet Queensland oder New South Wales vor, wo sie in Buschwäldern eher die Bodennähe bevorzugen.

Sie graben sich gerne in die Erde ein oder wärmen sich auf Felsen auf.

Warmes Klima ist der ideale Lebensraum dieser Echse.

  • Beschreibung und Größe

Diese Agamenart trägt verschiedene Muster, bestehend aus vielen, kleinen Stacheln.

Angst vor den Stacheln muss man nicht haben, sie fassen sich sehr angenehm und weich an.

Einige Züchter haben orange Farbmorphen dieser Echsen gezüchtet, die aufgrund ihrer Seltenheit sehr kostenintensiv sind.

Die Gesamtgröße dieser Art beträgt 30cm, wobei die hälfte der Länge auf den Schwanz fällt.

Von ihrer Wesensart sind sie mit ihren großen "Brüdern", den Bartagamen zu vergleichen.

Bei richtiger Haltung und Gewöhnung, sind sie sehr zutraulich und ausgeglichen.

"Henrys" können bis zu 15 Jahre alt werden, weshalb man sich den Kauf eines Reptils immer gut überlegen sollte.

Das Alter kann variieren und hängt meist mit der Zucht, den Haltungsbedingungen und der Winterruhe zusammen.

  • Terrarium und Beleuchtung

Wir halten unsere Zwergbartagamen in einem großen Terrarium, dessen Rückwand modelliert wurde.

Wichtig sind Versteckmöglichkeiten, Steine, Äste und Sonnenplätze, den das spiegelt ihre natürliche Lebensumgebung wieder.

Als Bodengrund wird eine Sandlehmmischung verwendet.

An der wärmsten Stelle, dem Sonnenplatz, benötigen sie ca. 45 Grad, wohingegen an der kältesten Stelle mindestens 28 Grad erreicht werden sollte.

Lampen mit dem richtigen UVA und UVB Sprektrum sind höchste Priorität!

Bei Nacht reicht eine Raumtemperatur von 22 Grad.

  • Ernährung und Wasser

Bei der Haltung von Zwergbartagamen ist eine große Wasserschale zwingend erforderlich, welche man regelmäßig zu wechseln hat.

Im Gegensatz zu großen Bartagamen, brauchen es die Zwerge etwas feuchter und werden 3x wöchentlich besprüht.

Da diese Art auch noch etwas kleiner ist, trägt eine Wasserschale zur Regulierung des Wasserhaushaltes, der Agame bei.

Des weiteren trägt das verdunstete Wasser, bei richtiger Positionierung, zur Feuchtigkeitsregulierung des Terrariums bei.

Es bietet den Echsen außerdem eine Möglichkeit des Badens.

Mit einer Pipette nehmen sie sehr gerne Wasser an und mit etwas Übung kommen sie sogar von selbst zur Pipette gerannt um ihren Durst zu stillen.

Bartagamen bezeichnet man als Omnivoren, das bedeutet sie fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung.

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist sehr wichtig, um die Lebensweise gut nachzustellen.

Grundsätzlich sollte die Futtermenge auf die Größe der Tiere abgestimmt werden.

Bei adulten Zwergbartagamen empfiehlt es sich den Fokus auf pflanzliche Kost zu legen.

Wir füttern unsere Agamen etwas mehr mit Lebendfutter, da sie pflanzliche Kost des öfteren verweigern und es noch keinem in den lezten 10 Jahren geschadet hat.

Jedes Futter sollte mit einem geeigneten Vitamin – Mineralpräparat bestäubt werden.

Auch Calcium ist wichtig.

Unsere Favoriten sind Korvimin und geriebene Sepiaschale.

  • Pflanzliche Kost

Vogerlsalat

Radicchio

Rucola

Endiviensalat

Romanasalat

Lollo Rosso

Chicoree

Gurken

Karotten (+ Grünzeug)

Zucchini (auch die Blüten)

Kürbis (ohne Schale)

Kresse

Spitzwegerich

Breitwegerich

Löwenzahn (Blüten+Blätter)

Klee (Blüten)

Hibiskus (Blüten+Blätter)

Stiefmütterchenblüten

Ringelblume

Dahlien (Blüten+Blätter)

Gänseblümchen

(Alles am Besten in Bioqualität)

  • Tierische Kost

Wüstenheuschrecken

Wanderheuschrecken

Heimchen

Grillen

Schaben

Mehlwürmer

Zophobas

Wachsmaden

 

Grundsätzlich sollte das Futter auf die Größe der Tiere abgestimmt werden, dasselbe gilt für jegliche Insekten.


  • Winterruhe

Die Winterruhe ist in jedem Jahr ein wichtiger Bestandteil des Lebens einer Echse.

Ende Oktober/Anfang November werden die Tiere, bei idealen Haltungsbedingungen, immer träger und reduzieren ihre Nahrungsaufnahme. Die Lichtdauer wird von 12-14 über die Monate hinweg auf 5

Stunden täglich reduziert, während die Futtergabe minimiert wird.

Nicht jedes Tier schafft es in die wohlverdiente "Winterruhe", deshalb muss immer frisches Wasser vorhanden sein und die Temperatur angepasst werden.

Das bedeutet nicht, dass die Ruhe ausgelassen werden soll, es gibt nur immer wieder Echsen, die auch bei kühleren Temperaturen länger aktiv bleiben.

Zur finalen Winterruhe ziehen sich die Reptilien in Felsspalten oder andere Verstecke zurück.

Der Schlaf / Ruhe ist nicht sehr tief und fest, wie zum Beispiel bei Landschildkröten, sondern gleicht einem dösen.

Sie liegen währenddessen meist an den gleichen Stellen.

Zwar machen sie ab und an bei Lärm und Aktivität im Raum die Augen auf, lassen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen.

Konnte die Winterruhe in einem Jahr nicht eingehalten werden, sollte im nächsten Jahr unbedingt verstärkt darauf geachtet werden, da die Winterruhe ein essentieller Bestandteil des Organismus ist.

Falls es nicht klappt, im nächsten Jahr einfach früher mit der Wärme herunterfahren.