Chamaeleo Calyptratus


Das Jemenchamäleon ist mit Abstand das beliebteste und meist gehaltene Chamäleon. Mit seinem charakteristischen Höcker auf dem Kopf (Helm), ist es unverwechselbar. Es handelt sich um das robusteste Chamäleon und kann sehr gut in Terrarien oder Wintergärten gepflegt werden.

  • Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Jemenchamäleons zieht sich durch den ganzen Jemen und durch die südlichen Arabischen- Halbinseln. In Florida entwischten aus der Terraristik einige Tiere und haben dort, wie viele andere Tiere eine neue Heimat gefunden. Sie leben in sehr unterschiedlichen Habitaten, wie zum Beispiel in Bergwäldern und bewirtschafteten Plantagen.

In Gebüschen und trockenen Ebenen werden sie auch angetroffen, wird es Abend, suchen sie jedoch einen hohen Platz zum Schlafen.


  • Beschreibung und Größe

Die Männchen von Chamaeleo Calyptratus werden 45 - 50 cm groß. Die Weibchen bleiben mit einer Größe von 30 - 35 cm kleiner als die Männchen. Von dieser Größe fällt ungefähr die Hälfte auf den Schwanz. Die Männchen bekommen einen bis zu 8 cm hohen Helm, der bei den Weibchen nur angedeutet ist. Beide Geschlechter besitzen einen Rückenkamm, der vom Kopf bis zur Schwanzspitze reicht. Von der Kehle reicht noch ein Kamm, aus weichen Stacheln, bis zur Kloake auf der Unterseite des Körpers. Der Körper ist perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst. Durch verschiedene Rumpf und Lungenmuskeln können sich die Chamäleons in Blattform bringen. Die Männchen sehen oft aus als hätten sie ein Teller verschluckt. Chamäleons besitzen Greiffüße mit denen es ihnen möglich ist, sogar kopfüber in den Wäldern zu klettern. Die Weibchen weisen eine überwiegend grüne Farbe auf. Bei den Männchen hingegen ist die Farbenpracht deutlich ausgeprägter, wie man an den Bildern feststellen kann. Bei der Wärmeaufnahme weisen sie meist eine dunklere oder braune Körperfarbe auf. Ansonsten können die Tiere ihre Farbe, in Stresssituationen, zu dunkelgrün mit schwarzen Punkten wechseln.

Die Männchen werden 6 - 7 Jahre alt, die Weibchen hingegen nur 3 - 4.

Die unabhängig voneinander funktionierenden Augen erspähen alles!

Ihre Beute fangen sie mit dem legendären Zungenschuss, der die Hälfte der Körperlänge betragen kann.

Dieses Chamäleon ist wie jedes andere große Chamäleon auch unverträglich gegenüber Artgenossen.  Wenn eine Zucht beabsichtigt wird, benötigt man 2 Terarrien, weil Männchen und Weibchen nur zum Paarungsakt einige Tage zusammengelassen werden.


  •  Terrarium und Beleuchtung

Das Jemenchamäleon lebt in einem dicht bepflanzten Terrarium, mit vielen Versteckmöglichkeiten und einer Tropftränke. Die Terrariumwände sind teils grün gestrichen um ein dicht bewachsenes Gebiet nachzustellen. Bambusstöcke und Äste, die es gut umfassen kann dienen als Klettermöglichkeiten. Brunnen und andere fließende Gewässer, können gerne eingebaut werden, machen aber auch mehr Aufwand, weil sich im Wasser schnell Bakterien bilden. Das bedeutet alle 2 Wochen den Brunnen komplett reinigen (mit heißem Wasser).

An schönen Sommertagen können die Chamäleons auch in ein extra angefertigtes Aussenterrarium überführt werden. Dabei ist darauf zu achten Schattenplätze einzubauen, damit die Tiere nicht in der prallen Sonne überhitzen.

 

Wärme am Sonnenplatz: 32°C

Wärme an der kältesten Stelle: 21°C

Wärme in der Nacht: Raumtemperatur

Über Zeitschaltuhren erreicht man eine Tagesbeleuchtung von 10 - 12 Stunden die bis zur Winterruhe stetig abnimmt.

 

Das Terrarium weist folgende Maße auf:

Das Terrarium ist stark verwinkelt, so ist es schwer zu sagen welche Maße es besitzt.

Ungefähr L: 70 cm B: 60 cm H: 160 cm


  • Ernährung und Wasser

Grundsätzlich sind diese Tiere Omnivore Esser. Sie fressen vielerlei Insekten und auch Früchte und weiches Gemüse. Hier kommt es aber immer auf die Individualität jedes einzelnen Chamäleons an. Manche fressen nur tierische Nahrung, andere wiederum gerne Obst.

Jede Woche sollte 4 mal mit lauwarmen Wasser in das Terrarium gesprüht werden, jedoch nie direkt auf das Chamäleon selbst. In jeder Literatur steht, dass Chamäleons kein stehendes Wasser annehmen. Dies kann ich nicht bestätigen, aus einer weißen Schale, die in der Mitte des Terrariums angebracht ist wird gerne getrunken. Eine Tropftränke ist trotzdem vorhanden.

  • Pflanzliche Kost

Blätter von jungen Ficus benjamini

Bananen

Erdbeeren

Birne

Melone

Zucchini

Gurke

Rucola

Vogerlsalat

Jedoch nur selten (wird auch nur von wenigen Tieren angenommen/ und früchte nur selten!)

  • Tierische Kost

Heimchen

Grillen

Schaben ( Schokoschabe, Waldschaben)

Wachsmaden

Heuschrecken ( Klein - Mittel)

Mehlwürmer ( nicht zu oft)



  • Winterruhe

Wie bei den meisten Reptilien ist auch bei einem Chamäleon eine Winterruhe von Vorteil. Das Licht wird hierfür reduziert. Die Nahrung wird ebenfalls weniger angeboten, aber zu einem richtigen Schlaf kommt es eher selten. Man spricht von einer leichten Absenkung der Temperatur.