Chamaeleo Calyptratus


Das Jemenchamäleon ist mit Abstand das beliebteste und meist gehaltene Chamäleon in der privaten Haltung.

Sein charakteristischer Höcker (Helm) auf dem Kopf macht ihn unverwechselbar.

Seine Fähigkeit der Kommunikation durch Farbwechsel, ist ein sehr schönes und auch sehr bekanntes Merkmal.

 

  • Verbreitung und Lebensraum

Wie der Name schon verrät ist das Jemenchamäleon im Jemen beheimatet, aber man trifft diese Art auch auf südlichen arabischen Halbinseln an.

Das Jemenchamäleon im Speziellen ist mit trockenen Hochebenen genauso zufrieden wie mit blühenden, tropischen Gebieten. Obwohl es nicht passieren sollte, sind jedoch einige Chamäleonarten in Florida stiften gegangen und haben sich mittlerweile auch dort erfolgreich angesiedelt.

Auch in Teilen Spaniens, Portugals, Nordafrikas, Jordaniens, Israels, Saudi- Arabiens und verschiedenen Mittelmeerinseln haben sich Populationen unterschiedlichster Chamäleons gebildet. Sie sind sehr anpassungsfähig, weshalb sie in den unterschiedlichsten Lebensräumen anzutreffen sind. Diese Bandbreite reicht von der trockensten Wüstenregion, über tropische Gebiete bis in hohe Bergregionen

  • Beschreibung und Größe

Insgesamt gibt es ca. 200 verschiedene Chamäleonarten die sich grob aufteilen lassen in die "Echten Chamäleons" und die "Stummelschwanzchamäleons". Das Jemenchamäleon zählt zu den "Echten" und ist mit einer möglichen Gesamtgröße von 60cm beim Männchen einer der größten Vertreter der Familie.

Weibchen werden nicht ganz so groß, können aber trotzdem eine Länge bis zu 45cm erreichen. Ungefähr die Hälfte des Körper besteht aus dem Schwanz. Männchen und Weibchen lassen sich häufig an ihrem "Kopfschmuck" erkennen, wo das Männchen einen 8cm Helm aufweist, hat das Weibchen eine kleinere Erhöhung davon. Beide Geschlechter besitzen einen Rückenkamm, der vom Kopf bis zur Schwanzspitze reicht.

Ein zweiter Kamm reicht von der Kehle, bis zur Kloake an der Unterseite des Körpers, welche jedoch, im Vergleich zu dem Rückenkamm, aus eher weichen Stacheln besteht. Die Färbung eines Männchens ist auch oft deutlich ausgeprägter als das eines Weibchens.

Das Farbspektrum des Jemenchamäleons ist sehr groß und reicht von schwarz, grün, blau, braun, gelb und orange. Die Intensität der Farben variiert dabei stark. Jedoch dient die Optik des Chamäleons nicht nur zum beeindrucken oder tarnen, sondern vor allem für die Kommunikation untereinander.

So wird die Färbung oft von dem Paarungsverhalten, Revierverhalten oder der generellen emotionalen Lage beeinflusst.

 

Eine weitere Zell/Pigmentschicht unter ihrer Haut, dessen Nanokristalle bei Sonnenlicht wie Prismen brechen, sorgen aus biologischer Sicht, für den Farbwechsel. Das Chamäleon kann die Abstände der Kristalle selbstständig verändern, wodurch sich das Licht unterschiedlich stark bricht – so entstehen die unterschiedlichsten Farbwelten auf dem Tier.

Chamäleons können nicht nur ihre Farbe verändern, sondern sich auch durch verschiedene Rumpf und Lungenmuskeln in verschiedene Formen bringen. Dem Jemenchamäleon, dessen natürliches Habitat oft aus Bäumen besteht, fällt es so sehr leicht sich in ein Blatt zu transformieren. Wenn es um den Kampf mit einem Rivalen geht helfen diese Muskeln auch. Durch sie sind sie in der Lage sich so groß zu machen, dass es aussieht als hätten sie einen Teller verschluckt.

Ihre Greiffüße helfen ihnen in Bergregionen und Bäumen Halt zu finden, sodass sie sogar dazu in der Lage sind kopfüber zu klettern. Die Augen des Chamäleons sind besonders, denn sie können sich mit ihnen einen 360 Grad Rundumblick verschaffen, wobei sich ihre Augen vollkommen gegengleich bewegen können. Ihre Beute fangen sie mit dem legendären Zungenschuss, der ihre Körperlänge betragen kann. Die Lebenserwartung des Jemenchamäleons (die Lebenserwartung ist sehr unterschiedlich unter den Chamäleons) liegt bei 6 -7 Jahren. Das Alter kann variieren und hängt meist mit der Zucht an sich und den Haltungsbedienungen zusammen. Da diese Arten Einzelgänger sind muss man sie unbedingt alleine halten.

Auch bei der Zucht ist darauf zu achten 2 Terrarien zur Verfügung zu haben, da sich Weibchen und Männchen nur einige Tage während dem Paarungsakt "vertragen".

 

  •  Terrarium und Beleuchtung

Dieses Chamäleon an sich ist eine sehr robuste Art, welche sich gut in Terrarien und Wintergärten halten lässt.

Jedoch sollte man sich gut (wie bei jedem Tier) nach der Art und ihren Bedürfnissen erkundigen. Bei uns dürfen sie in einem dicht bepflanzten Terrarium mit vielen Versteckmöglichkeiten leben. Brunnen und andere fließende Gewässer dürfen gerne mit eingebaut werden, bedeuten allerdings aufgrund der schnellen Bakterienbildung auch mehr Aufwand in der Reinigung.

Am besten man reinigt diese jede Wochen komplett mit heißem Wasser.

An schönen, heißen Sommertagen freuen sich Chamäleons auch über extra angefertigte Außenterrarien.

Wie im Innenterrarium auch, ist unweigerlich auch auf ausreichend Schattenplätze zu achten, damit sie nicht in der prallen Sonne überhitzen.

 

An der wärmsten Stelle, dem Sonnenplatz, benötigen sie ca. 32 Grad, wohingegen an der kältesten Stelle mindestens 23 Grad erreicht werden müssen. Bei Nacht reicht Raumtemperatur.

In der Natur unterliegen die Sonnenstunden und Dunkelzeiten einem Zyklus, den wir mit Zeitschaltuhren nachahmen können. Auch wenn diese Tiere keinen Winterschlaf halten, passen viele Halter sich mit der Beleuchtung der Natur in ihrer Heimat an.

Dieses Cham. kann höhere Temperaturen gut vertragen, jedoch nur für eine gewisse Zeit von ungef. 2 Monaten.

 

  • Ernährung und Wasser

Aus der Literatur erfährt man, dass Chamäleons kein stehendes Wasser, in Form von einer Wasserschale annehmen.

Das kann ich in der eigenen Haltung jedoch bei den „Jemen“ nicht bestätigen. Unsere Chamäleons trinken aus einer Schale, die in der Mitte des Terrariums steht. Sollte das nicht angenommen werden, kann eventuell eine Tropftränke hilfreich sein.

Des weiteren sollte 5 mal wöchentlich mit lauwarmen Wasser in das Terrarium gesprüht werden, wobei man darauf achten sollte, nicht das Chamäleon zu treffen.

Das dient der optimalen Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Grundsätzlich sind diese Tiere Omnivore, dass bedeutet sie nehmen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung zu sich.

Bei pflanzlicher Nahrung handelt es sich vorwiegend um Ficus Benjamin Blätter, ansonsten werden nur Insekten vertilgt.

 

Manche Halter schwören auf Obst, jedoch ernähren wir unsere Tiere ohne dieses. Sie können keinen Fruchtzucker aufnehmen, daher entstehen verdauungsprobleme.

 

  • Tierische Kost

Heimchen

Grillen

Schaben ( Schokoschabe, Waldschaben)

Wachsmaden

Heuschrecken ( der Größe angepasst)

Mehlwürmer ( nicht zu oft )

Zophobos (nicht zu oft )


  • Winterruhe

Das Jemenchamäleon braucht keine Winterruhe.

In der Natur unterliegen die Sonnenstunden und Dunkelzeiten einem Zyklus, den wir mit Zeitschaltuhren nachahmen können.

Auch wenn diese Tiere keinen Winterschlaf halten, passen viele Halter sich mit der Beleuchtung der Natur in ihrer Heimat an.