Um Landschildkröten artgerecht halten zu können, erfordert es etwas handwerkliches Geschick. Ein großer Garten ist die Voraussetzung für ein langes und gesundes Schildkrötenleben. Ein Balkon ist meiner Meinung nach nicht ausreichend.


Zuerst sollte man eine geeignete Fläche im Garten bestimmen. Ein Baum oder andere Sträucher müssen unbedingt in der Nähe sein um natürlichen Schatten zu spenden. Ein Gehege das den ganzen Tag durch die Sonne ausgeleuchtet ist, gefährdet das Leben der Schildkröten.

 

Hier wird nun der Bau unseres Geheges beschrieben!

Jedes Gehege unterscheidet sich natürlich vom anderen, dies sind nur Richtlinien, die anderen Haltern eine Vorstellung erleichtern sollten.


Nach reichlicher Überlegung, hatten wir einen perfekten Platz neben einem großen Baum in unserem Obstgarten gefunden. Aus witterungsbeständigen Brettern ( die auch für Terrassen verwendet werden) bauten wir ein ungefähr 4 m² großes Gehege, das mit einem Eisengitter überdacht ist. An zwei Seiten wurden Türen ausgeschnitten, die mit Eisenscharnieren klappbar gemacht wurden. Der Deckel wurde dachförmig aufgesetzt und so montiert, dass man ihn jederzeit aufklappen kann.


Danach wurde die Außenfläche abgemessen. Hierbei sollte nicht gespart werden, weil alles von den Schildkröten erkundet und ausgenutzt wird. Hat man sich festgelegt so beginnt das Graben. Mit Spaten und Schaufel wurde ungefähr 15 - 20cm tief und 5cm breit eine Umrandung, der gesamten Fläche ausgehoben. Bei 30m² Außenfläche eine kräfteraubende Arbeit.



Landschildkröten Graben gerne und sollen sich schließlich keinen Weg nach draußen bahnen. Ein Drahtzaun wurde in das vorgegrabene Gebiet hineingestellt. Um die Sache zu erleichtern wurden Holzlatten auf die exakte Länge der ausgehobenen Flächen abgeschnitten und am tiefen Ende des Drahtzaunes befestigt. Somit war das Eingraben leichter und die Stabilität besser. Zusätzliche Stabilität brachten Holzbalken die in regelmäßigen Abständen eingeschlagen wurden.

Im besten Fall wird auch eine Stromzufuhr in normalen Kunststoffröhren mit verlegt, für das beheizte Schildkrötenzuhause.


Danach wurde alles sorgfältig zugeschüttet. Am innen liegenden Zaunrand stellten wir

Pflastersteine auf, um Zugluft zu verhindern, aber auch als weiterer Ausbruchsschutz.

Mit mittelgroßem Kies umrandeten wir nochmals alles um das Graben so unatraktiv wie möglich zu machen. Dieser Kies verwächst sich mit den Jahren so gut, dass man ihn nichteinmal mehr sieht. Mit verschiedenen Steinen und anderem Schotter erstellten wir einen Vergnügungspark für Schildkröten, den es nun zu entdecken galt.




Danach bauten wir die beheizten Häuser, wieder mit Holzplatten die normalerweise als Terrassenboden verwendet werden. Doch diesmal doppelwandig mit Styropor in der Mitte, damit es isoliert. Ein Eingang des großen überdachten Geheges führt in dieses Häuschen, dass man mit einem Räuber absperren kann.

An der anderen Seite steht das große Haus, dass inzwischen das kleine uninteressant gemacht hat.


Natürlich durfte es auch nicht in unser Schildkrötenhaus hineinregnen, deshalb wählten wir Dachpappe um es vor dem Regen zu schützen. Eine Neigung lässt das Wasser abtropfen. Der Deckel besteht aus einer Plastikplatte, die gefüllt ist mit Styrotour. Auch dieser Deckel wurde mit Scharnieren ausgestattet. ( Mit einem wasserdichten Verteiler leiteten wir auch gleich den Strom, für die Erwärmung hinein.)


Einen 50w starken Heizstrahler wählten wir als Wärmeelement. Wichtig ist hier, die Schildkröten von oben mit wärme zu versorgen und nie von unten.

Eine lampe steht mit einem Temperaturfühler zur verfügung.

Ich hoffe ihr konntet euch etwas abschauen :)  Falls ihr mehr Interesse zu diesem Thema habt, könnt ihr ergänzend auch den Unterpunkt der Schildkröten lesen, der die Pflege insbesondere noch erklärt.