Allgemeine Infos ^^ (Detailinfos oben auswählen)


Bonsai, die lebende Kunst + Tradition


Bonsai bedeutet übersetzt, "in eine Schale gepflanzt" und stellt eine Jahrtausende alte Kunstform des Gärtnerns dar.

 

"BON"- Tablett, Teller, Schale / "SAI" Pflanze, Baum, Strauch

 

Schon vor rund 2000 Jahren wurde in China die Technik des Bonsais praktiziert, in Form von Landschaften in kleinen Gefäßen und Schalen.

Japan perfektionierte die Gärtnereikunst vor rund 900 Jahren zu dem was wir heute kennen.

Sie begannen einzelne Bäume der Natur nachzuahmen.

Um so interessanter und ästhetischer erschienen Bäume, die sich in der Natur, durch äußere Einflüsse und erschwerten Bedingungen am Leben hielten.

Dadurch kam es zu verwinkelten und von Totholz geprägten Pflanzen, die eine intensive Ausstrahlung aufwiesen.

Akzentpflazen, werden Pflanzen genannt, die als kleiner Zusatz neben einem Bonsai stehen, der Präsentiert wird. Diese bestehen oft "nur" aus Gräsern oder Sukkulenten, und runden mit einem Rollbild oder Suiseki das Tokonoma ab.

Als Tokonoma wird der Empfangsraum für Gäste bezeichnet, in dem Eine Symbiose aus Bonsai, Beistellpflanze, Rollbild und Suiseki (Betrachtungsstein) präsentiert wird.

Dies soll dem Heim Harmonie bringen.

Beinahe jede verholzende Pflanze kann als Bonsai gestaltet werden. Es müssen nicht immer zwingend Bäume verwendet werden.

Bonsai soll ein entspannendes Hobby sein, mit dem man viel Freude haben kann.

Einiges an Geduld und Arbeitsaufwand muss aber investiert werden, um seine Pflanzen zu gestalten und zu pflegen.

 

Beim Durchsuchen des Gartens, können viele verschiedene Rohmaterialien gefunden werden.

ZB. Mispeln, Azalee, Holunder, Forsythien, Feuerdorn, Schneeball, Buchsbaum und sogar Brombeerpflanzen wurden schon als Bonsai verwendet. Dies benötigt natürlich alles viel Geduld, damit über Jahre richtige Bonsai entstehen können.

Bonsaipflanzen, die noch nicht dem Bild des Pflegers entsprechen oder erst in Formgeschnitten, Gedrahtet werden müssen nennt man Prebonsai.

 

Es gibt viele verschiedene Gestaltungsformen, an die sich der Bonsaigestalter halten kann, um eine möglichst naturnahen Pflanze zu gestalten.

Die unendlichen Baumarten und vielen verschiedenen Techniken zu beschreiben, würden den Rahmen sprengen und viel Zeit verschlingen.


Über Generationen wurden in Japan Bonsais weitergegeben und gepflegt. Die Tradition besagt, dass der Baum gepflegt werden muss und es kam schon zu Enterbungen, wenn der Sohn keinen grünen Daumen hatte. Es sind Bäume bekannt, die seit mehr als 1200 Jahren im Besitz einer Familie sind.

Der Wert dieser Bäume ist fast nicht mehr messbar und liegt im Millionenbereich, diese werden sogar an Museen oder für Veranstaltungen verliehen.

Mythische Geschichten und Sagen rankten sich im 12. Jahrhundert um die kleinen Bäume, die in einer Schale überleben konnten.

Die Bonsaikunst und Gestaltung war nicht nur in der Antike wichtig, sondern nimmt für die Bevölkerung Japans, Chinas, Indiens, Indonesien, Vietnams und vermehrt auch in Europa einen wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft ein.

 

Das Wichtigste an der Gartenkunst ist jedoch, dass es einem selber Spaß macht und man sich an den Bäumen erfreut, die man so gründlich pflegt.

Ob ein Ast nicht richtig sitzt oder der Stamm noch nicht knorrig genug erscheint entscheidet man schlussendlich selbst.

Ich selbst musste schon erleben, dass sich "Bonsaiprofis" über Anfänger oder interessierte lustig gemacht haben, weil die Pflanzen, die sie aus dem Baumarkt erworben oder selber gezogen haben nichts mit Bonsai zu tun haben.

Davon darf man sich im Zeitalter des Internets nicht abbringen lassen, die Leidenschaft weiter zu perfektionieren. Meiner Meinung nach ist ein Baum perfekt, wenn er einem selbst ein gutes Gefühl vermittelt und eine ansprechende Form aufweist.

Schönheit liegt schließlich im Auge des Betrachters.

Mehrere Projekte zum Thema Bonsai sind in Zukunft geplant.

Viel Freude wünschen wir euch beim Gestalten und GIEßEN eurer Pflanzen.